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Original von Arez
Pff... wie ich im Vorfeld wusste, dass das Wort "speziell" hinterfragt wird :P Er sagt, er will ein breites Publikum erreichen ohne das Spiel abzumildern. Mild ist in dem Zusammenhang der Gegensatz von speziell. Nicht mild = speziell; eckig, kantig, nischig. Ein breites Publikum erreicht man nur, wenn man keine Kanten hat, an der sich einzelne stoßen könnten. Man muss "mild" sein um alle Gruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Frauen, Männer, Japaner, Amerikaner, Europäer, ...) abzuholen.
Ich hatte Zelda nie als sonderlich kantiges oder "nischiges" Spiel im Sinn. In meiner Jugend war Zelda durchaus etwas, was jeder spielen konnte und was jeden angesprochen hat. So haben sich eben auch die Eltern von einem Schulkameraden an Zelda II versucht und waren dann ganz verblüfft, als ich mich auf ihrem NES in den letzten Palast gekämpft hatte... xD
Und Nintendos Erfolg in der letzten Generation beruht allein darauf, dass sie eben nicht versucht haben, die typischen Videospielnischen zu bedienen. Mit einem kantigen Nischenprodukt hat man auch nur bedingt Erfolg.
Der Kernsatz von Zelda dreht sich um Erforschen, Jagen und Sammeln - Urinstinkte. Man taucht in Märchenwelten ein, spielt dort den Helden, bekämpft das Böse, rettet die Prinzessin. Es ist ein virtuelles und interaktives Märchen, was durchaus etwas ist, was einen recht universellen Reiz hat, der nicht auf eine Nische abzielt. Wer hat nicht gern in seiner Kindheit Märchen gelesen und gehört? Wer hat nicht gern als Kind die freie Natur erforscht? Das ist etwas, was auf jung oder alt, männlich oder weiblich, sowie alle möglichen Kulturen zutrifft.
Das Problem ist, dass Nintendo mehr und mehr versucht hat, die Spiele einfacher zu machen und den Spieler, wo es nur geht zu leiten. Nintendo unterlag der falschen Annahme, das sowas nötig ist, um Zelda einem breiteren Publikum zu öffnen. Allerdings hat genau dies bewirkt, dass der Kernreiz von Zelda verschwindet. Der Reiz des Erforschens einer Märchenwelt ist nicht vorhanden, wenn alles linear ist, man sich auf Schienen bewegt und die offenen Bereich völlig leer sind... Und man fühlt sich auch sicher nicht wie ein Held, wenn man keine Bedrohung hat, das Spiel einem ständig an die Hand nimmt und einem so behandelt, als wär man ein kleines, dummes Kind mit einer Aufmerksamkeitsspanne von 3 Sekunden.
Und damit haben sie sich Zelda kaputt gemacht. Zelda ist mittlerweile ein äußerst kantiges und eckiges Nischenprodukt, welches nur noch Zelda-Fans anspricht, die in der Regel an ihren Kindheitserinnerungen an die guten Zelda-Klassiker festhalten. Mehr ist Zelda nicht mehr... Und da muss Nintendo dringend von weg.
Ein breites Publikum heißt nicht, dass Zelda nicht schwer oder düster sein darf. Im Gegenteil. Gerade die düsteren Märchen waren doch immer die, die am meisten fasziniert haben... Und nur wenn man es auch etwas zu überwinden gibt, fühlt sich das Spiel auch nach etwas an. Und nur wenn man dem Spieler gewisse Freiheiten lässt, hat die Spielwelt erst ihren Reiz.
Das muss Nintendo realisieren.
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Iiih, wie gemein. Böses denkt der Böse.
Ich weiß auch nicht, warum ich ausgerechnet bei dir immer Böses denke... xD